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Nachruf auf Univ.-Prof. Dr. Albert Hartinger (13.7.1946-22.1.2020)

In tiefer Trauer möchten wir mitteilen, dass unser Gründer, langjähriger künstlerischer Leiter, Ehrenvorsitzender sowie Freund und Vater Professor Dr. Albert Hartinger am 22.1.2020 zu seinem Schöpfer heimgekehrt ist. Trotz seiner langen Erkrankung ereilte ihn sein Tod doch plötzlich und unerwartet.

Er war bis zuletzt voller Tatendrang und hat sich mit seiner allseits bekannten Begeisterung zusammen mit mir als neuem künstlerischen Leiter intensiv um unsere zukünftigen Projekte und Initiativen gekümmert. Mit seinem Scheiden verlieren wir nicht nur unseren großen Initiator, Visionär und ausführenden Künstler sondern auch einen treuen, herzlichen und wohlwollenden Freund, Wegbegleiter, Mitstreiter und nicht zuletzt Vater.

Zeit seines Lebens war für ihn Wahrhaftigkeit und Authentizität das höchste Gut. Seine Wahrheitssuche war von tiefem Glauben, mitfühlendem Herzen und von intellektueller Neugier geleitet und hat sein künstlerisches Schaffen tief geprägt. Als ein Streiter für Wahrheit und Offenheit zeigte er, wenn es nötig war, auch Ecken und Kanten. Seine Positionen waren immer klar, da er durch und durch Künstler und immer auf der Suche nach Wahrhaftigkeit war. Diese versuchte er auch mit viel Engagement und persönlichem Einsatz zu verteidigen. Diese Charaktereigenschaft wurde schon früh durch seine Eltern geprägt, die sich trotz Gefahr für Leib und Leben dem Regime des Nationalsozialismus widersetzten.

Sein hochverehrter Lehrer Nikolaus Harnoncourt entzündete in ihm die Suche nach musikalischer Wahrhaftigkeit. Er widersetzte sich vielen damaligen Konventionen und wurde mit seinen vielseitigen Begabungen zum Wegbereiter der historischen Aufführungspraxis in Salzburg und darüber hinaus. Er setzte Maßstäbe als Interpret - sowohl als Sänger und Dirigent, als auch als Initiator und Visionär. Er gründete die Salzburger Bachgesellschaft, den Salzburger Bachchor und war maßgeblich für die Schaffung des Instituts für Alte Musik und des Lehrgangs Alpenländischer Volksmusik am Mozarteum Salzburg. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Studienrichtung Instrumental- und Gesangspädagogik österreichweit erhalten blieb. Als Gründer der Müllner Cantorey und des Collegium Vokale der Salzburger Bachgesellschaft war er auch deren langjähriger musikalischer Leiter.

Als begeisterter Pädagoge war ihm die künstlerische Ausbildung angehender Sängerinnen und Pädagoginnen ein großes Anliegen und er band seine Studierenden in seinen Ensembles in die Interpretationspraxis Alter Musik ein. Viele seiner Studentinnen wurden maßgeblich durch ihn als Sängerinnen inspiriert, gründeten auch zum Teil selbst Chöre und Ensembles und tragen seine hell leuchtende Fackel bis heute weiter.

Wir wollen unserem tief empfundenen Dank für seine großartigen Leistungen für Musik und Kultur in Salzburg, Österreich und auf internationaler Ebene Ausdruck verleihen und planen ein Gedenkkonzert, in dem seine langjährigen musikalischen Wegbegleiter und Freunde seine „Herzensmusiken“ aufführen werden.

Die in Liebe und großem Respekt ewig verbundene Trauergemeinde der Salzburger Bachgesellschaft, vertreten durch Virgil Hartinger, MA.