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Weihnachtliche Fix-Sternstunde

19/12/16 Das Weihnachtsoratorium ist seit Jahren ein Fixstern im Konzertprogramm der Bachgesellschaft: Mit Pauken und Trompeten lädt eines der meistgespielten Werke Bachs ein zum Jauchzen und Frohlocken über das Weihnachtsfest.

Von Teresa Sulamith Bauer (drehpunkt kultur)

Die Leichtigkeit, die Michi Gaigg am Samstag (17.12.) im Großen Saal des Mozarteums mit dem L´Orfeo Barockorchester in das noch immer gelegentlich pompös „inszenierte“ Werk brachte, war erfrischend. Man konnte sehen und spüren, wie Gaigg ihr Ensemble musizieren ließ, ohne die musikalische Gestaltung abzugeben - was einen lebendigen Dialog zwischen den Musikern und der Dirigentin schuf. Der Schwung, der durch dieses Wechselspiel entstand, war besonders in der Bass- und in der Continuo-Gruppe zu spüren, die besonders durch ihre differenzierte und verspielte Begleitung auffiel.

Das Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft unter der Leitung von Albert Hartinger beschenkte das Publikum mit einer sehr leichten und wendigen Interpretation und schuf intime Klangbotschaften in den Chorälen. Da die Sopransolistin sehr kurzfristig erkrankt war, entschied man sich dafür, die Partie auf drei Sopranistinnen aus dem Chor zu verteilen. Marcia Sacha, Elise van Es und die erst 19jährige Donata Meyer-Kranixfeld meisterten diese Aufgabe souverän und mit musikalischem Geschick. Margot Oitzinger sang die Altpartie mit Hingabe und berührte mit ihren Verzierungen im da Capo.

Als Evangelist führte Virgil Hartinger durch die Weihnachtsgeschichte, er fügte auch den Rezitativen eine anregende Dramatik bei. Der Basssolist Markus Volpert, volltönend aussingend und prachtvoll gestaltend in den Arien, verstand es, sich im Duett zurückzunehmen.

Es war eine frische Interpretation, etwas mehr Energie oder schnellere Tempi hätte man sich dennoch da und dort gewünscht. Dennoch fühlte man sich nach dem Schlussakkord in frohlockender Weihnachtsstimmung.